Weihnachten in Rumänien

Weihnachten in Rumänien ist eine Zeit der Traditionen und alter Bräuche. Sie werden von Generation zu Generation überliefert, besonders auf dem Land.

Die wichtigsten Weihnachtstraditionen sind:

1.Weihnachtslieder singen

2.Opfergaben (Schlachten des Schweines)

3.Reiche und köstliche Mahlzeiten, besonders aus Schweinfleisch.

4.Zeit mit der Familie verbringen – der Weihnachtsbaum wird geschmückt und die Geschenke überreicht.

Weihnachtslieder sind meistens sehr alt und anonym, also nicht von einem bestimmten Autor. Sie sind mündlich überliefert und gehen einher mit der Bildung des rumänischen Volkes. An Weihnachten steht das Kind Jesus im Mittelpunkt.

Es gibt viele Varianten von Weihnachtsliedern, je nach Region.
Einige Beispiele von Weihnachtsliedern sind: „Was für eine wunderbare Nachricht“, „Drei Hirten“, „Der Stern steht hoch am Himmel!!“

Der 20. Dezember ist der Tag, an dem das Schwein geschlachtet wird, besonders in ländlichen Gebieten. Nach alter Tradition wird das Schwein für den Weihnachtstisch und die anderen Feierlichkeiten nach „Sf. Ion“ geschnitten. Heute ist das Schlachten des Schweines eine Gelegenheit, dass die Familie zusammenkommt.


Das Empfangen und Verteilen von Geschenken ist eine Gelegenheit zur Freude, eine Art, Liebe und Respekt für geliebte Menschen auszudrücken. Die Geschenke werden unter den Weihnachtsbaum gelegt und nachdem das Lied „Oh Tannenbaum“ gesungen wurde, werden sie verteilt.

(Mircea, 63, Rumänien)

Weihnachten mit Kinderaugen

Ich bin in einer Stadt in Rumänien an der Grenze zu Ungarn geboren. So bin ich zweisprachig aufgewachsen und damit war bei uns auch jedes Fest eine Mischung aus zwei verschiedenen Kulturen. Christliche Feste waren mit ortodoxen und katholischen Bräuchen vermischt. Weihnachten natürlich auch.

Für mich symbolisiert Weihnachten das Fest der Familie. Es ist eine Zeit der Freude, Geborgenheit und Liebe.

Die Vorbereitungen auf Weihnachten starteten kurz vor dem Fest. Wir hatten keinen Adventskranz oder Adventskalender, aber wer ein Gedicht oder Lied auf der Weihnachtsfeier, die vom Arbeitgeber meines Vaters organisiert wurde vortragen konnte, bekam eine Tüte mit Orangen, Süßigkeiten und eine Flasche Cola als Geschenk. (Hier muss ich erwähnen, dass es damals  unter dem Kommunismus in Rumänien keine Supermärkte gab und solche Sachen ziemlich schwer zu bekommen waren.) 

Den Weihnachtsbaum haben wir ein paar Tage vor Weihnachten mit der ganzen Familie zusammen geschmückt, mit Lametta, Lichtern, Glaskugeln und selbstgebastelten Papiersternen.

Am ersten Weihnachtstag, dem 25. Dezember trafen wir uns zu Mittag meistens bei meiner Tante. Oma und Opa waren natürlich auch dabei. Damals hatten wir noch kein Auto und sind mit der Straßenbahn ca. 1 Stunde bis dorthin gefahren.

Der Tisch war festlich gedeckt. „Salata de Boef“ (Kartoffeln, Karotten, Erbsen und Hühnerfleisch klein geschnitten und mit Mayonnaise gemischt) und „salata de vinete“(Auberginensalat) war immer als Vorspeise dabei. 
Salata de Boef

Danach Hühnersuppe mit Grießklößen und Kartoffelpürre mit Gänsebraten. Als Nachtisch die ungarischen „Beigli“ (eine Art Nusskranz – mein Liebling war allerdings der mit Mohn), „Pogacsa“ oder „Sostangli“ (Salzgebäck).

Beigli

Irgendwie brachte dann das Christkind nach dem Essen zusammen mit dem Weihnachtsmann die Geschenke unter den Weihnachtsbaum. Wir haben ungarische Weihnachtslieder gesungen - „Mennyböl az angyal“ (Engel vom Himmel), Stille Nacht, „Kis Karacsony, nagy Karacsony“ - die Kerzen am Baum angezündet und nachher durften wir, die Kinder die Geschenke austeilen. Eine gute Übung für die Geduld, weil wir unsere Geschenke erst auspacken durften,  nachdem alle anderen Geschenke verteilt waren.

Wir durften natürlich auch ab und zu „Szalonzukor“ (Schokoladebonbons mit verschiedenen Füllungen) vom Baum stibitzen. Und am Abend haben wir Wunderkerzen angezündet.

Weihnachtsbaum mit Schokoladenbonbons


Das waren wunderschöne Zeiten!

Jetzt wohne ich seit 7 Jahren in Deutschland und versuche an jeden Weihnachten, neben die für uns neue Bräuche, meiner Kinder ein Stück von meinem Kindheit näher zu bringen.

(Andreea, 35, Trannsylvanien, Rumänien)

Andere Sitten und andere Bräuche

Wie man Weihnachten in Russland feiert. 

Wenn ich dieses Fest mit der Tradition in Deutschland vergleiche, kann ich sagen, dass es ganz anders ist. 
Und zwar  bin ich in einer Familie aufgewachsen, wo nie von Gott die Rede war und so war ich bis 1995 nie in einer Kirche. Und Weihnachten feiert man in Russland nur am 7. Januar und nicht wie in Deutschland am 25. Dezember. 
Diese Tradition in Russland hat aber eine lange Geschichte. Nur während des kommunistischen Regimes (1917-1991) wurde Weihnachten offiziell nicht gefeiert. 
Aber langsam kehren die Traditionen zurück und die meisten Leute, die christlich-orthodox als Religion haben, gehen in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar in die Kirche.

Orthodoxe Kirche 

Am Heiligen Abend, also am 06.01. serviert man in Russland 12 unterschiedliche Speisen. Sie symbolisieren die Apostel der heiligen Kirche. Man setzt sich gemäß der Tradition an den Tisch erst dann, wenn der erste Stern erscheint. Sochivo (auch Kutja) nennt sich die Hauptspeise des festlichen Abendessens. In manchen ländlichen Gegenden bringt man auch etwas Heu ins Haus. Das soll an die Geburt Christi erinnern. 
Zum Fest gehört auch der Tannenbaum, der festlich geschmückt ist. 

Tannenbaum schmücken

Er war eigentlich auch während des Kommunismus da; aber das wurde nie mit christlichen Traditionen verbunden. 
Die Familienmitglieder werden in Russland am 31.Dezember beschert. 
Als ich klein war, hab ich die Geschenke unter dem Tannenbaum gefunden!
Die meisten Menschen in Russland haben vom 1. Januar bis zum 10. Januar Ferien, also man arbeitet nicht.
Also, viele besuchen die Verwandten und sitzen am festlich geschmückten Tisch. 
Das sind verschiedene Salate, aber auch die bekannten Piroggen. Das ist ein Teig mit Fleisch oder Fisch, im Ofen gebacken. 

Piroggen - Teig mit Fleisch im Ofen gebacken

Zur Tradition an Weihnachten gehören auch Koljadki. Das sind meistens jugen Frauen, die in der Nacht am 7. Januar vorhersagen, was für einen Mann sie bald im Leben treffen werden.

Koljadki - junge Frauen

Die Kinder in den Dörfern gehen von Haus zu Haus und singen die Lieder.

Singende Kinder
Bilderquelle:yandex.ru

(Nadja, 55, Russland)

Ostern in Griechenland

Ostern ist das wichtigste Fest für die orthodoxen Christen, weil Christus an diesem Tag auferstanden ist.

Alles beginnt am Ostersamstag, am Abend. Um 22 Uhr ziehen wir gute Kleidung an, so dass wir um 23:45 Uhr in der Kirche sind. Um 24 Uhr beginnt die Messe. Zu diesem Zeitpunkt sind alle jungen Männer im Vorhof der Kirche und werfen Feuerwerkskörper. Das ist der beste Moment an Ostern für mich, weil es so viel Lärm und Krach macht.

Nach der Messe gehen wir, jeder mit einer brennenden Kerze in der Hand nach Hause.


Dort gibt es dann „Majiritsa“. Das ist eine Suppe aus den Innereien des Lammes. 

Majiritsa Suppe - Quelle:Wikipedia

Danach spielen wir Brettspiele und haben viel Spaß. Um 5 Uhr gehen wir schlafen, stehen aber schon sehr früh wieder auf, weil wir das Lamm am Spieß braten müssen. Wenn das Lamm fertig ist, essen wir, singen und tanzen.

Ostern ist mein Lieblingsfest, weil ich viel Zeit mit meiner Familie verbringe und die Osterbräuche liebe.

(Jorgos, 16, Griechenland)

Mein Lieblingsfest - Diwali

Diwali, auf Deutsch „Lichterfest“ ist ein indisches Fest, das wir jedes Jahr feiern. Das Datum ändert sich immer, weil der indische Kalender anders als der europäische ist.

Das Lichterfest in Indien

Diwali feiern wir, um die bösen Geister zu vertreiben. Wir machen ein Feuerwerk, weil die bösen Geister Angst vor Licht haben. In allen Häusern zünden wir Kerzen in schön verzierten Kerzenhaltern aus Metall an. Auf Tamilisch heißen sie „Velaka“.

Am Diwalitag machen wir viele Sachen. Erwachsene und Kinder tanzen, essen und trinken und die Kinder spielen Spiele.

Zum Essen gibt es viele leckere Sachen, zum Beispiel Murukku. Das ist ein herzhaftes, knuspriges Gebäck. 

Murukku Gebäck (Wikipedia)

Zum Dessert gibt es viele verschiedene Süßspeisen. Mein Lieblingsdessert ist Gulabjamun. Das sind runde Ballen aus Teig, die man in Fett siedet und anschließend in Zuckersirup taucht.

Rangoli aus Sand (Wikipedia)

Außerdem zieht man zu Diwali neue Kleider an. Und man macht schöne Muster aus Sandpulver auf dem Boden. Sie heißen Rangoli oder Kolam.
Ich liebe Diwali, denn es ist ein buntes und fröhliches Fest.


(Surya, 11, Indien, jetzt in der Schweiz)

Adventskalender